Sklaven für Krieg und Fortschritt


Sklaven für Krieg und Fortschritt

10,60


Das Thema Zwangsarbeit und Kraftwerksbau in Salzburg 1939–1945 wurde vom Salzburger Landesarchiv im Rahmen der ArgeAlp Wanderausstellung „Alpen unter Strom“ / „L’energia delle Alpi“ ganz bewusst gewählt, weil diese vom NS-Regime verschleppten Sklavenarbeiter einen wichtigen Beitrag für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes in der Nachkriegszeit leisteten. Die unmenschlichen und oftmals tödlichen Lebensverhältnisse, unter denen diese Menschen unter schwierigsten klimatischen Bedingungen im Hochgebirge eingesetzt wurden, stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Publikation, die nicht nur eine Begleitbroschüre zur Ausstellung „Sklaven für Krieg und Fortschritt“, sondern darüber hinaus ein Quellenband zu dieser Thematik sein soll. Dieser Band aus der Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs kann auch über das Ende der Ausstellung hinaus dazu beitragen, eine Basisinformation für alle jene Besucherinnen und Besucher zu liefern, die sich mit dieser sehr komplexen Thematik beschäftigen wollen. Zudem gibt er erste Hinweise auf die Quellen- und Überlieferungslage in den hiesigen Archivbeständen.
Die Ausstellung im Foyer des Salzburger Landesarchivs, die weit über die erwähnte Wanderausstellung hinausgeht, wurde so gestaltet, dass der Besucher die Gelegenheit erhält, sich abseits der historischen Daten und Fakten emotional mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dem leitenden Restaurator des Salzburger Landesarchivs, Nikolaus Pfeiffer, und seinem gesamten Team ist es zu verdanken, dass gerade dieser Aspekt in der Ausstellung „Sklaven für Krieg und Fortschritt“ einen ganz besonderen Stellenwert erhält. Das vorliegende Buch und die von der Kuratorin Gerda Dohle vorgenommene Auswahl der Exponate kann hier unterstützend wirken.
Unzählige Fotos von Zwangsarbeitern sind ein beklemmendes Zeugnis dafür, dass hinter jedem dieser Sklaven für den Fortschritt auf den Großbaustellen in den Salzburger Alpen ein ganz individuelles Schicksal steht. Die Ausstellung und der Begleitband wollen dem Leiden, dem Unrecht „ein Gesicht geben“ und Anstoß dafür sein, sich auch in Zukunft mit dieser Phase in der Geschichte unseres Bundeslandes zu beschäftigen – es ist noch lange nicht alles erforscht!
 

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