Buch Kollmanns Fischereikarte von Salzburg - Fische in Salzburgs Gewässern (aus dem Jahre 1898)


Buch Kollmanns Fischereikarte von Salzburg - Fische in Salzburgs Gewässern (aus dem Jahre 1898)

25,00


Kollmanns Fischereikarte von Salzburg
Stand 1898
1. Einführung
Im Auftrag des k. k. Ackerbauministeriums erarbeitete Josef Kollmann, Fischereidirektor der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Salzburg und Leiter der Fischzuchtanstalt Hintersee, in den Jahren 1883 bis 1898 die Grundlagen für die bei der ersten allgemeinen Fischereiausstellung in Salzburg im Jahre 1900 ausgestellte „Fischereikarte und Fischereikataster des Landes Salzburg" (SALZBURGER LANDWIRTSCHAFTSBLÄTTER, 1912).

Die Fischereikarte und der Fischereikartaster zählen zu den bedeutendsten Dokumenten über die Fischerei im Bundesland Salzburg für das ausgehende 19. Jahrhundert. Die Fischereikarte des Landes Salzburg, Stand 1898, wurde als Nachlass des Fischereidirektors Josef Kollmann von seinem Enkel Franz Kollmann und seiner Gattin Ingrid, Salzburg, zusammen mit anderen Raritäten sorgsam gehütet. Eine erste Publikation der Karte mit tabellarischer Auswertung der Fischarten des Landes erfolgte von JÄGER und SCHILLINGER, 1988. Eine weitere Auswertung der Karte folgte 1995 und 1996 in der Zeitschrift des Salzburger Landesfischereiverbandes durch EXNER,W., später bildete die Karte für die Beschreibung der historischen Fischfauna Salzburgs durch PETZ-GLECHNER und PETZ (2004), eine wichtige Informationsquelle.

Die Karte besteht aus fixiertem Photopapier, auf Leinen geklebt. Sie ist in 16 Blätter geschnitten und im Wanderkartenformat faltbar. Wegen der unterschiedlichen Vergilbung der einzelnen Blätter ist ein Reproduzieren sehr schwierig. Die Karte wurde für die Auswertung des Landes 1986 fotografiert, um sie mit den damaligen Mitteln kopierfähig zu machen. Mit der Entwicklung der digitalen Datenerfassung über der Scantechnik wurde die Fotografie 2003 im Auftrag des Gewässerschutzes durch Firma Forest Mapping Management, Salzburg, gescannt, georeferenziert und auf diese Weise wesentlich besser reproduzierbar und GIS-fähig gemacht, (LAND SALZBURG, 2003).

Diese Karte ist nicht nur deswegen bemerkenswert, weil sie die umfassende Fischartenerhebung Salzburgs am Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentiert, sondern weil sie zudem von einem Fachmann zu einer Zeit erstellt worden ist, zu welcher die Gewässer Salzburgs noch nicht weitgehend ausgebaut, begradigt, verrohrt und durch vielfältigste Unterbrechungen ökologisch zerstückelt waren. Es war noch die Zeit des Beginnens der großen Regulierungen. Die Verflechtungen der Hauptgewässer mit ihren Nebenarmen und Zuflüssen sowie mit ihren Auwäldern waren noch intakt und dem jahreszeitlichen Wechselspiel der Abflüsse angepasst. Nachdem sich auch die Abwasserbelastung in der Zeit im Rahmen gehalten hatte, kann man annehmen, dass der von Kollmann aufgezeichnete Fischbestand noch weitgehend den ursprünglichen gewässertypspezifischen Artenbestand widerspiegelt. Einige auch damals schon eingebürgerte Arten sind allerdings schon mit angeführt. Manche der Fischartenzuordnungen zu den Gewässern erscheinen unglaubhaft und rühren vermutlich daher, dass Kollmann im Rahmen seiner Erhebungen vielfach auf Berichte der Fischereiberechtigten zurückgegriffen hat, ohne diese auf Plausibilität zu prüfen. Die Karte Im Museum Carolinum Augusteum zu Salzburg wird der erhalten gebliebene Teil der originalen Erhebungskarte von Kollmann mit den handschriftlichen Eintragungen aufbewahrt. Leider ist der nördliche Teil des Blattes mit dem Flachau abgetrennt und verloren; Zitat siehe KOLLMANN (1898 a).

Die Karte der Familie Kollmann aus dem Nachlass des Großvaters von Franz Kollmann ist die Reproduktion einer Reinzeichnung der Salzburger Gewässer im Maßstab 1:200.000 mit den Eintragungen der Fischarten und der Fischereirechte. Die Karte wurde im Archiv der Stadt Salzburg in der Glockengasse fachgerecht restauriert und archiviert. Frau Ingrid Kollmann, Witwe nach Franz Kollmann, hat das einzige bekannte und erhaltene Exemplar dieser Karte dankenswerterweise dem Archiv der Stadt Salzburg als Dauerleihgabe übergeben und damit den langfristigen Erhalt dieser fischereiwirtschaftlichen Rarität gesichert. Zitat siehe KOLLMANN (1898 b).

Die Fischarten Salzburgs 1898
Kollmann gibt für die Salzburger Gewässer 40 Fischarten, 2 Krebsarten und die Perlmuschel als fischereilich von Bedeutung an. Kollmann hat mit der Auflistung von 40 Fischarten eine generelle Übersicht über den Fischbestand der heimischen Gewässer gegeben, trotzdem dürften nicht an allen Gewässern auch die „nicht nutzbaren Nebenfische“ vollständig erfasst worden sein. Man kann davon ausgehen, dass einerseits nicht alle heimischen Fischarten beschrieben werden konnten und andererseits die Fischartenerfassung an den einzelnen Gewässern lückenhaft ist – eine für die Fischereiwirtschaft bekannte Tatsache. Manchmal sind Angaben zu einzelnen Arten (z.B.: Perlfisch) unglaubwürdig, vermutlich Opfer von mehrfach verwendeten Trivialnamen. Den lateinischen Bezeichnungen von Kollmann wurden in den Tabellen die heute verwendeten Namen hinzugefügt, um die Arten nach der gültigen Nomenklatur zu definieren. Einige Trivialnahmen sind heute schon fast vergessen, so versteht man z. B. unter „Bisgurn“ den Schlammpeitzger (Bisgurnus fossilis) und unter „Halbbrachsen“ den Zobel (Abramis sapa).

LITERATUR Atlas IV. l (1870); Karte 1:75.000 des Landes Salzburg; erliegt: Salzburger Landesarchiv. EXNER W. (1995): Der historische Fischbestand der Stadt Salzburg. Salzburgs Fischerei, 26. Jahrgang, 1, p10-11 EXNER W. (1995): Der historische Fischbestand des Flachgaues. Salzburgs Fischerei, 26. Jahrgang, 2, p 11-14 EXNER W. (1995): Der historische Fischbestand des Tennengaues. Salzburgs Fischerei, 26. Jahrgang, 3, p18-19 EXNER W. (1995): Der historische Fischbestand des Pongaues. Salzburgs Fischerei, 26. Jahrgang, 4, p18-20 EXNER W. (1996): Der historische Fischbestand des Pinzgaues. Salzburgs Fischerei, 27. Jahrgang, 1, p9-11 EXNER W. (1996): Der historische Fischbestand des Lungaues. Salzburgs Fischerei, 27. Jahrgang, 2, p42-43 JÄGER P. und I. SCHILLINGER (1988): Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Stand 1898; Österreichs Fischerei, Jahrgang 41/1988 p 202-209 KOLLMANN J. (1898 a): Fischereikarte und Fischereikataster des Landes Salzburg. Fragment der originalen Aufnahmekarte; Salzburger Museum Carolinum Augusteum (SMCA), Grafiksammlung, L52/GrS-2 KOLLMANN J. (1898 b): Fischereikarte und Fischereikataster des Landes Salzburg. Reproduktion der Reinzeichnung auf Fotopapier M 1: 200.000; Archiv der Stadt Salzburg (AStS); Plansammlung Inv.-Nr.2966 MUUS B. J. (1978): Süßwasserfische Europas. 4. Auflage, pp 224, BLV Verlagsgesellschaft, München - Bern - Wien ÖSTERREICHISCHE FISCHEREIZEITUNG (Ausgabe 1.4.1912): IX,. Jahrgang, p 105-107, ZS der k.k. Österr. Fischereigesellschaft PETZ-GLECHNER R. und W. PETZ (2004): Die historische Fischfauna Salzburgs. Ber. nat.-med. Ver. Salzburg, Band 14, p 95 – 120 SALZBURGER LANDWIRTSCHAFTSBLÄTTER (Ausgabe 1.4.1912): L XII Jahrgang, N 7, p 60 und 61. VILCINSKAS A. (2000): BLV Bestimmungsbuch – Fische. 1. Auflage, pp 239, BLV Verlagsgesellschaft, München Dr. Paul Jäger Ing. Ingrid Schillinger Zitat der vorliegenden Zusammenstellung JÄGER P. und I. SCHILLINGER (2003): Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Fische in Salzburgs Gewässern, Stand 1898. Digitale Aufbereitung des Kartenthemas. Kartensammlung Gewässerschutz, Thema 1, 10 Sectionen, 1 Gesamtblatt Land Salzburg, Gewässerschutz

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Auslieferungsart PHYSISCH

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