Die Salzburger Fließgewässer


Die Salzburger Fließgewässer

15,00


Diese Untersuchungen an den 207 Landesmessstellen wurden vom Land Salzburg finanziert. Die Kosten für die 18 Probestellen im Rahmen der Wassergüte-Erhebungsverordnung wurden zu zwei Dritteln vom Bundesministerium für Landund Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft übernommen. An den Landesmessstellen beschränkte sich die Untersuchung auf Grund der größeren Aussagekraft und der Kosten auf biologische Parameter, an den WGEV-Messstellen wurden neben biologischen Güteuntersuchungen auch regelmäßig chemisch-physikalische Analysen durchgeführt. Insgesamt wurden weit über 1000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten in den Salzburger Fließgewässern gefunden und bestimmt. Einige dieser Organismen sind auf der Roten Liste gefährdeter Arten angeführt, manche galten in Österreich schon als ausgestorben. Die Ergebnisse weisen den Fließgewässern im Land Salzburg fast ausnahmslos eine gute bis sehr gute Wasserqualität aus. Die Gewässergüteklasse II (mäßig belastet gemäß ÖNorm M 6232) bzw. die „geringe Belastung“ nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird nur an wenigen Probestellen bzw. Gewässerabschnitten im Flachgau überschritten (Glan oberhalb der Stieglbrauerei, Oichten im Oberlauf und an der Mündung, Pladenbach im Unterlauf, Salzach unterhalb von Hallein bis Mitte 1999). An Gewässern mit einer stärkeren Belastung als Gewässergüteklasse II sind Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte erforderlich um den „guten Zustand“ gemäß EU-WRRL wieder zu erreichen. Damit sind gegenüber der letzten landesweiten Untersuchung der Fließgewässergüte zahlreiche Problembereiche saniert und deutliche Verbesserungen der Gewässergüte erzielt worden. Möglich war dies durch den Bau kommunaler Kläranlagen, die mit Sorgfalt und Fachkenntnis betrieben und laufend verbessert werden. Bei der vorliegenden Untersuchung wurde besonderes Augenmerk auf die Auswirkung der Kläranlagen auf die Gewässer gelegt. Mit wenigen Ausnahmen, die in den nächsten Jahren an den Stand der Technik angepasst werden, bewirken die Einleitungen der gereinigten Abwässer keine Verschlechterung der Gewässergüte in den Gewässern mehr. Besonders ist die Verbesserung der Gewässergüte der Salzach im Jahr 1999 durch die Inbetriebnahme bzw. Verbesserung der Abwasserreinigung der Papier- und Zellstofffabrik in Hallein und des Reinhalteverbandes Großraum Stadt Salzburg und Umlandgemeinden hervorzuheben. Bei allen früheren Untersuchungen wies die Salzach unterhalb von Hallein bis zur Landesgrenze Gewässergüteklasse II-III (kritisch belastet) oder schlechter auf. Die Untersuchung im Herbst 1999 zeigte erstmals eine durchgehende Einstufung der Salzach unterhalb von Hallein in Gewässergüteklasse II. Eine weitere Untersuchung zur Darstellung der Belastung am Ende der Wintersaison 1999/2000 zeigte, dass die Kläranlagen in den Fremdenverkehrsgebieten auch unter schwierigen Bedingungen sehr gute Reinigungsleistungen aufweisen und es kaum zu Verschlechterungen der Gewässergüte kommt. Feststellbar war eine Verschlechterung um eine halbe Gütestufe an der Salzach im Bereich Högmoos (von I-II auf II) und an der Hellbrunner Brücke (von II auf II-III). Deutlich größere Probleme zeigte die Bewertung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer auf. Die zahlreichen Kraftwerke mit Restwasserstrecken, Wehranlagen, Stauräumen und Schwallbetrieb bewirken ökologische Unterbrechungen der betroffenen Gewässer und verändern die Lebensbedingungen in den betroffenen Fließstrecken teilweise beträchtlich. Auch Fließgewässerbegradigungen, Ufer- und Sohlbefestigungen sowie Sperrenbauwerke bewirken - teilweise dramatische - Verschlechterungen der ökologischen Funktionsfähigkeit der Fließgewässer. Künftige Gewässergüteerhebungen werden im Sinne der EUWRRL den Zustand der Gewässer und ihre ökologische Funktionsfähigkeit auf der Basis von Trophie, Saprobie, Fischfauna und ausgewählten toxischen Substanzen bewerten. In der fünfstufigen Skala der EU-WRRL besteht ab Stufe 3 (mäßiger Zustand) Handlungsbedarf. Mit der Chronologie einer Belastung wird deutlich, wie lange die Sanierung eines großen Abwasseremittenten durch Umstellung seiner Produktion auf moderne Verfahren und anschließender biologischer Nachreinigung seiner Abwässer bei Erhaltung seiner Wirtschaftsfähigkeit tatsächlich dauert. Vor diesem Hintergrund erscheint der maximal tolerierte Umsetzungszeitraum von 27 Jahren für Abwassersanierungen nach der EU-WRRL realistisch. Die Freude über saubere und naturnahe Gewässer im gesamten EU-Raum wird sich damit aber realistischer Weise auf die nächste Generation verlagern.

Diese Kategorie durchsuchen: Fliessgewässer